Über Wärmepumpen wird viel geredet, meistens über Vorlauftemperaturen und Heizkörper. Aus Sicht des Elektrikers entscheidet sich das Projekt aber oft ganz woanders: im Zählerschrank. Eine Wärmepumpe ist der grösste einzelne Stromverbraucher, der je in Ihr Haus eingezogen ist, und der Anschluss muss das tragen können.
Was die Wärmepumpe elektrisch braucht
- Eine eigene Zuleitung. Die Wärmepumpe hängt nicht an einer vorhandenen Steckdose, sondern bekommt einen eigenen, abgesicherten Stromkreis vom Zählerschrank bis zum Aufstellort.
- Einen eigenen Zählerplatz. Wer den günstigeren Wärmepumpenstromtarif nutzen will, braucht einen zweiten Zähler und damit Platz im Schrank.
- Die Steuerung nach Paragraf 14a EnWG. Neue Wärmepumpen müssen vom Netzbetreiber in Ausnahmefällen gedimmt werden können. Dafür ist eine Steuerbox vorgesehen, die ebenfalls Platz und Verkabelung im Schrank verlangt.
Woran es im Altbau hakt
Zählerschränke aus der Zeit vor 1990 sind für all das selten vorbereitet. Häufig fehlt schlicht der Platz für einen zweiten Zähler und die Steuerbox, manchmal ist auch die Hausanschlussleitung zu knapp bemessen, wenn Wärmepumpe, Wallbox und Elektroherd gleichzeitig laufen sollen. Nichts davon ist ein Ausschlusskriterium, aber alles davon sollte vor der Bestellung der Wärmepumpe geklärt sein, nicht am Tag der Montage.
Der sinnvolle Ablauf
Beim Vorortermin prüfen wir Schrank, Reserven und Leitungswege und halten schriftlich fest, was für Ihre Wärmepumpe nötig ist: manchmal nur die Zuleitung, manchmal ein neuer Schrank nach aktueller Norm. Mit diesem Ergebnis können Sie beim Heizungsbauer bestellen, ohne dass sich beide Gewerke später gegenseitig überraschen. Was der Elektroteil kostet, zeigt Ihnen vorab unser Kostenrechner.